Zweiter Sieg im zweiten Rundenspiel für die Erste!

Schöner Erfolg im ersten Heimspiel der Saison 2021/22; Ivo Groksch unfassbar „cool“ von der Rechtsaußen-Position; Janik Nass zeigt Führungsqualitäten im Abwehrverbund; Rückraumreihe mit Singer, Steinmetz und Grammel bleibt weiterhin stabil; „Defensivabteilung“ mit deutlicher Leistungssteigerung gegenüber der Vorwoche.

Spiel- und Aktionsbericht:

Zu ungewohnter Stunde, sonntagabends um 19.30 Uhr wurde die BOL-Partie zwischen der TG Heidingsfeld und dem FC Bad Brückenau in der TGH-Ballsporthalle angepfiffen. Die Handballer aus der Rhön waren in der Vor-CORONA-Zeit im BOL-Rundenspielbetrieb stets gut mit dabei und genießen im Bezirk einen sehr guten Ruf. Das handballerische Niveau aus vergangenen Tagen konnten die Brückenauer zwar nicht oder vermutlich noch nicht wieder in Gänze bestätigen, aber es reichte trotzdem, um unsere TGH-Männer zumindest gute 20 Minuten lang in Bedrängnis zu bringen und in Führung zu liegen. Der FC Bad Brückenau legte vor und die TGH zog dann nach, so oder so ähnlich sind die ersten 12 Minuten beim Zwischenstand von 6 : 7 zu umschreiben. Nikolai „Kolle“ Singer hatte sich auf der linken Rückraum-Position mit einer Mann-gegen-Mann-Aktion durchgesetzt und getroffen. Dann war es allerdings erst einmal völlig vorbei mit der Heidingsfelder Tagesform, vor allem im Abwehrspiel funktionierte jetzt so gut wie gar nichts mehr. Jeder hatte jetzt Probleme mit sich selbst, keiner fand mehr die Konzentration, um einen Zweikampf richtig zu führen und auch zu gewinnen, was sich in drei Torerfolgen für die Gäste niederschlug, so dass es nun 6 : 10 Stand und es an der Zeit für eine „Besprechungspause“ war. Dieses „Time-Out“ kam dann auch prompt und was auch immer in dieser Minute geredet wurde, die Mannschaft gab sofort ein anderes Erscheinungsbild ab. Plötzlich stand die Hintermannschaft stabil. Janik Nass führte von nun an prächtig Regie im Deckungszentrum und Fritzchen Bohrmann – ein 2-Meter-Hüne – gewann nun jeden Zweikampf und fungierte sozusagen als „Zerstörer“. Es ging ein Ruck durch die Defensivabteilung und daraus ergaben sich Konterchancen, die dann auch genutzt wurden. So schaffte man es in gut drei Minuten, den 4-Tore-Rückstand zu egalisieren. Cedric Steinmetz, Farid Wisso, Kolle Singer und Ivo Groksch waren die vier Torschützen, die toremäßig für den 10:10-Gleichstand sorgten. In der 27. Minute setzte Cedric Steinmetz einen herrlichen Rückraum-Wurf in die Maschen des Brückenauer Tores und warf unsere ERSTE damit seit längerer Zeit wieder einmal in Front. Janik Nass wurde kurz vor dem Pausenpfiff dann noch wunderschön am Wurfkreis in Szene gesetzt und er bedankte sich mit dem Tor zum 14:12-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel legte die TGH dann wiederum durch Ivo Groksch und Cedric Steinmetz auf 16:12 vor und konnte diesen Vorsprung in der Folgezeit halten bzw. in der 40. Minute zum 20:15-Zwischenstand ausbauen. Erneut war es Ivo Groksch, der von der Rechtsaußenposition getroffen hatte. Überhaupt wirft Ivo derzeit mit der Präzision eines schweizer Uhrwerks, und das als Rechtshänder von der RA-Position – unglaubliche sechs Treffer bei sieben Würfen konnte er in diesem Spiel für sein Team beisteuern. Eine phantastische Wurfquote! Wie überhaupt die Chancenverwertung bei den Wirth-Schützlingen derzeit nicht das vordringlichste Problem zu sein scheint. Grammel, Steinmetz, Singer und Co. treffen zwar nicht unbedingt nach belieben, stellen sich vor dem gegnerischen Torwart aber auch nicht mehr ganz so naiv an, wie dies in der Zeit vor CORONA doch des öfteren der Fall gewesen war. Gleichwohl schlichen sich etwa Mitte der zweiten Halbzeit auch hier Unzulänglichkeiten ein. Schade vor allem, dass der aktuell sehr selbstbewußt aufspielende Patte Grammel zweimal in Folge mit seinen Würfen scheiterte – und prompt witterten die Handballer aus der Rhön ihre Chance. In der 45. Minute gelang dann der Anschluss zum 20:18-Zwischenresultat, was aber in den nächsten Minuten von den Manni-Boys postwendend korrigiert wurde und  mit seinem Tor zum 25:20 leitete der aktuell leider noch ein wenig unter Form agierende TGH-Spielmacher Alex Wagner die Endphase dieser Begegnung ein. Und wieder war es – wie schon in der ersten Halbzeit – Kreisspieler Janik Nass vorbehalten, den Schlusspunkt zum 26:22-Endstand zu setzen.

Das zweite BOL-Spiel war somit aus der Sicht der TG Heidingsfeld erfolgreich über die Bühne gebracht worden. Jedoch war nicht nur der Sieg sehr wichtig, sondern vielmehr auch der Umstand, dass die Heidingsfelder Hintermannschaft im Vergleich zur Vorwoche in Volkach, diesmal deutlich besser und sicherer zu Werke ging. Dies hatte aber Gründe. Einer davon heißt Janik Nass, der etwa ab Mitte der ersten Halbzeit im Hätzfelder Innenblock kämpfte und „ackerte“ wie selten zuvor und dazu noch sehr lautstark und mit qualifzierten Anweisungen seine Nebenleute „im Griff“ hatte. Kompliment für diese Leistungsexplosion!

Trotz einiger Leistungs- und Verantwortungsträger, die es immer braucht und zu denen man unseren „Spezialagenten“ Kolle Singer derzeit wahrlich zählen muss – und zwar in Angriff und Abwehr – war es unterm Strich eine echte Mannschaftsleistung, die den Erfolg gebracht hat. Noch nicht alle spielen derzeit auf dem Level, der ihren Ansprüchen genügen würde, beispielsweise war die Torwartleistung zwar durchaus okay, aber beide TGH-Keeper, Noah Schmucker und Max Schack können noch deutlich mehr. Gleiches gilt auch für den ein oder anderen Feldspieler. Alex Wagner und Farid Wisso sind hier vor allem die Kandidaten, die sicherlich in den nächsten Spielen ihr Profil schärfen und leistungsmäßig noch zulegen werden. Derzeit werden diese Formschwankungen von anderen aufgefangen, und das ist genau das, was was an dieser Mannschaft aktuell sehr großen Spaß macht.

Der Sieg gegen den FC Bad Brückenau war aber auch elementar wichtig für das Punktekonto. Wie allseits bekannt, wird vermutlich ein ausgeglichenes Punktekonto von 12:12-Zählern am Ende dieser CORONA-bedingten „Kurz-Saison“ benötigt werden, um in der BOL zu verbleiben. Denn mindestens zwei, vielleicht sogar drei Teams von sieben, müssen am Rundenschluss den schweren Gang in die tieferklassige Bezirksliga antreten. Es sind nun zwei Spiele gewonnen worden, vier Pluspunkte sind verbucht, aber es fehlen noch mindestens 8 Punkte. Es gibt also absolut keinen Grund diesen tabellarischen Zwischenstand zu feiern oder gar leichtsinnig zu werden. Voller Fokus und Demut vor der  Aufgabe sind nun mehr den je gefordert. Die Jungs um Spielführer Marius Schneider sollten wissen, worauf es in den nächsten Wochen ankommt und dass eine weitere Leistungssteigerung notwendig werden wird, aber auch möglich ist. Allerdings spricht nichts dagegen, dass ob der zwei gewonnenen Spiele auch ein wenig Freude im Kreis der Spieler und Verantwortlichen aufkommt und dieses auch gezeigt wird. Die Zeit für allzu große Lockerheit oder gar Heiterkeit ist jedoch auch noch längst nicht gekommen…

Abgeschlossen werden sollte der Bericht diesmal nicht, ohne zwei ebenfalls starke Akteure auf der Platte zu erwähnen. Es waren die jederzeit souverän und nahezu fehlerlos agierenden Schiedsrichter Wolfgang Benzinger und Robert Häring, die das Ihrige dazu beitrugen, dass das Spiel eine jederzeit faire und vor allem ansehnliche Partie wurde. Keinerlei Aufgeregtheiten und auch kein „Regel-Klein-Klein“, sondern stets der Situation entsprechend, so wurde das Spiel von Anfang bis zum Ende sicher geleitet. Auch dies war ein Faktor, weshalb das für die TGH so ungeheuer wichtige wichtige BOL-Heimspiel in beiden Lagern kaum fahrig wurde und so auch für die doch in ganz ordentlicher Anzahl erschienenen Zuschauer angenehm und zumindest aus Hätzfelder Sicht zur besten Sonntagabend-Unterhaltung avancierte.

Aufstellung und Torschützen für die TG Heidingsfeld:

Max Schack (TW: 1. – 20. Min.); Noah Schmucker (TW: 20 – 60. Min.); Farid Wisso (3/1); Alex Wagner (1); Lars Behnke (n. e.); Nikolai „Kolle“ Singer (5/2); Cedric Steinmetz (5/1); Jakob Schulz (n. e.); Patte Grammel (4); Ivo Groksch (6); Fritz Bohrmann; Marius Schneider (n. e.); Janik Nass (2); Pius Eisenmann;

Das nächste Spiel:

Am kommenden Samstag den 16.10.2021 muss die TG Heidingsfeld um 18.00 Uhr bei der HG Maintal in Veitshöchheim antreten. Nach einer Heimspiel-Niederlage am ersten Spieltag, stehen die Kombinierten (Veitshöchheim/Margetshöchheim) in dieser Begegnung bereits gewaltig unter Zugzwang. Die TG Heidingsfeld ist also gewarnt. Für möglichst große Zuschauer- und Fan-Unterstützung bei diesem schicksalsträchtigen Derby, wäre die Hätzfelder ERSTE überaus dankbar!


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