Dezimierte Heidingsfelder erkämpfen sich zwei Punkte in Partenstein
Mit dem bisher wohl dünnsten Kader der Spielzeit ging es für die TG Heidingsfeld auf eine der weitesten Auswärtsfahrten der Saison nach Partenstein – bzw. die Spielstätte in Frammersbach.
Mit nominell genau drei Rückraumspielern war bereits im Vorfeld klar, dass die Heidingsfelder kein Feuerwerk von jenseits der 9-Meter-Linie präsentieren sollten. Zwei Punkte gab es am Ende trotzdem.
Vor dem erwartet schweren Auswärtsspiel hatte TGH-Coach Julian Bötsch rein personell die wohl größten Sorgenfalten der Spielzeit zu durchdenken. Es fehlten mit Florian Eisenhuth und Kapitän Maximilian Wirth festen Säulen im Rückraum, weiter wurde der Kader durch das Fehlen von Mustafa Nasrullah und Moritz Buchholz ausgedünnt. Verstärkung aus der Jugend gab es ebenfalls nicht, da Krisztian Miroskin nicht zur Verfügung stand und Liam Heeg in den Diensten der zweiten Mannschaft benötigt wurde. Damit war klar, dass in Partenstein wohl kaum besonders schöner Handball die Punkte gewinnen würde, es ging um Zusammenhalt, Stimmung und vor allem wenige Fehler.
TGH gibt erste Überlegenheit schnell ab
Trotz der personell angespannten Lage griffen ab dem Anpfiff im Heidingsfelder Spiel die Automatismen. Zwar ging deutlich weniger über den sonst wurf freudigen Rückraum, dafür gelangen Durchbrüche zwischen Halb- und Außenverteidigern oder Abschlüsse über Rechtsaußen. Nach den ersten 16 Minuten führten die Hätzfelder mit 8.4 – das war jedoch eher Defensiv ein Erfolg, als dass man sich offensiv feiern durfte. Das erkannten auch die Gäste und nahmen früh eine erste Auszeit, um im Angriff umzustellen. Das zeigte auch direkt Wirkung, denn Partenstein fand einen Weg in die Partie. Aus dem 4:8-Rückstand wurde vor allem über längere Angriffe und Abschlüsse über die Außenpositionen auf 8:9 verkürzt (20.). In der 28.Minute führte TSV-Topscorer Phillip Platzke sogar zum 12:12-Ausgleich – bis zum Halbzeitpfiff fand die TGH keine Mittel mehr und musste erstmals in der Spielzeit den Gang in die Kabine mit einem Rückstand (12:13) antreten.
Drei Minuten und vier Tore reichen sorgen für die Vorentscheidung
Das Kabinen-Feuerwerk dürfte sich dennoch in Grenzen gehalten haben, denn an sich war am Spiel der Heidingsfelder auch für Coach Bötsch wenig zu monieren – zumindest lagen die Problemstellen offen auf der Hand. Die erste Viertelstunde hatte gezeigt, dass man sich den Gegner durchaus zurechtlegen könne, eigene Fehler und schwache Würfe brachten die kämpferisch starken Partensteiner zurück in die Partie. Die Marschroute war demnach recht offensichtlich – im Angriff mussten die Chancen in Tore umgewandelt werden und in der Abwehr brauchte es Ballgewinne.
Nach etwa fünf Minuten im zweiten Durchgang passierte dann auch exakt das – die Defensive ordnete sich und kam bei den Distanzwürfen des TSV besser an den Mann. Zudem steuerte Ove Villmann einige Paraden bei freien Würfen bei. Im Angriff meldete sich der über den ersten Durchgang weitestgehend glücklose Bennet Steinert zum idealen Moment zurück. Nachdem es in der 35. Minute 15:16 aus Sicht der TGH stand, fasste sich Steinert ein Herz und setzte zum 3:0-Lauf an, mit einem Tor von Frid Wisso stand es in der 38.Minute 19:16. Die Hausherren aus Partenstein waren von der neuerlichen Rückraum-Gefahr sichtlich überrascht und zeigten sich um eine Lösung bemüht, wobei die Heidingsfeld-Führung bis in die Schlussphase im genannten Abstand bestand haben sollte.
Angekommen in den finalen zehn Minuten zwang ein Tor von Felix Maier den TSV-Coach Otto Fetser zum Timeout – der Rückstand seiner Mannschaft war beim 21:27 auf sechs Tore angewachsen. Und der erfahrene Trainer hatte offensichtlich den richtigen Moment erwischt, denn nach dem 22:28 in der 53.Minute zeigte die defensive Umstellung des TSV seine Wirkung. Gleich zwei Spieler nahm Fetser aus dem Spiel in eine Manndeckung, somit ergab sich für die restliche Spielzeit im Endeffekt ein Vier-gegen-Vier im TGH-Angriff. Und das lösten die Heidingsfelder alles andere als souverän, denn mit falschen Entscheidungen, Schrittfehlern und Fehlpässen witterte der TSV in der 56. Minute beim Stand von 26:28 das Sensations-Comeback. Wer schon an das Ende des ersten Durchgangs erinnert war und einen womöglich erneuten Führungswechsel erahnte, wurde jedoch enttäuscht. Obwohl Partenstein bis auf zwei Tore herankam, fand man im Angriff endlich einen ruhigen Ansatz, Maier traf zum 29:26. Danach war die Hektik aufseiten des TSV zurück und die TGH-Abwehr profitierte. Erst klaute sich Veit Sommer einen Pass direkt und traf zum 30:26 und auch im nächsten Angriff eroberte sich Heidingsfeld den Ball, woraufhin Peer Bauckner per Gegenstoß zum 31:26-Endstand sprintete.
Der Erfolg lässt die Weste der TGH weiterhin weiß blitzen, wobei sichtliche Baustellen in den kommenden Wochen im Training bearbeitet werden müssen. Kommende Woche trifft Heidingsfeld auf die Aufsteiger des TV Großlangheim in heimischer Halle.
Puchalla (2), Sommer (5), Wisso (2), Vogt, Maier (4), Tanushi, J. Schmucker (4), Steinert (8),Bauckner (5), Fentner (1), Villmann, N. Schmucker
























