TGH bleibt auf Erfolgskurs
Mit der HSG Mainfranken gastierte am vierten Spieltag der Bezirksoberliga Unterfranken ein echter Härtetest in Heidingsfeld. Die Mannschaft von Florian Hähle brachte zwar rein ergebnistechnisch nur einen Sieg aus bisher drei Spielen mit – jedoch ereigneten sich die Niederlagen in Lohr und Volkach. Zudem waren diese in der Höhe mit 28:31 und 28:29 klar aus der Kategorie „bitter“ und mindestens „knapp“. Wem diese Ergebnisse als Warnung noch nicht ausreichen sollten, musste nur auf den 32:28-Erfolg der HSG gegen die Nachbarn des SV Michelfeld blicken.
Mit einem entspannten Samstag war für die TG Heidingsfeld nicht zu rechnen und so stellte Coach Julian Bötsch sein Team auf höchste Aufmerksamkeit ein. Personell flachte endlich die Erkältungswelle in der Mannschaft ab, sodass mit Veit Sommer der letzte Spieler aus dem Krankenstand wieder auflaufen konnte. Auch David Puchalla stand neben Frid Wisso wieder zur Verfügung. Komplettiert wurde das TGH-Aufgebot von den Jugendspielern Liam Heeg und Krisztian Miroskin, die spät in der Partie beide noch ihre Duftmarke setzen sollten.
Blitzstart – Timeout – Ausgleich – Führung
Die ersten drei Minuten der Partie gehörten den heimischen Hätzfelder Handballern. Die Abwehr fand früh Zugriff, sodass auch Torhüter Ove Villmann schnell zu ersten Paraden kam. Im Angriff, vor allem eingeleitet über das Tempospiel, spielte Kreisläufer Joshua Schmucker die HSG schwindelig. Diese ersten Szenen führten zur 4:1-Führung, was allein deswegen derart genaue Erwähnung findet, weil HSG-Trainer Hähle schon nach 196 Sekunden genug gesehen hatte und die erste Timeout-Karte legte.
Die deutlich und vor allem lautstark geführte Auszeit brachte den gewünschten Weckruf für die Kitzinger. Nach Wiederanpfiff rannte die HSG schonungslos an, erzwang erste Ballgewinne und stellte prompt auf 4:4 (6.). Damit war die Partie zunächst komplett offen und auf Augenhöhe und zudem der Beleg erbracht, dass sich im Duell mit der HSG Mainfranken problemlos ein echtes Spitzenspiel versteckte. Die TGH reagierte ob der veränderten Dynamik nicht etwa mit einem Timeout – im Gegenteil, es zeigte sich die bisher größte Stärke der Bötsch-Mannschaft. Unter Druck wurde das Team um Max Wirth nicht etwa unruhig oder versuchte etwas am handballerischen Ansatz zu ändern, der Fokus wurde ganz gegenteilig auf das eigene Spiel, die eigenen Stärken und damit eine starke Abwehr und konzentrierte Abschlüsse gerichtet. Und das ging auf.
Bis zum 6:6 in der 8. Minute zeigte sich der gut gefüllten Halle ein Schlagabtausch im Gleichschritt, dann aber übernahmen die Hätzfelder das Geschehen wieder. Über zehn Minuten mit voller Konsequenz und daher mit kaum technischen Fehlern zog die TGH auf 12:9 (18.) davon. Dieser Drei-Tore-Vorsprung sah zunächst nach nicht viel aus, gab jedoch Bötsch die Möglichkeit, erste Wechsel vorzunehmen und frische Kräfte zu bringen. Womit die zweite große Qualität im Heidingsfelder Spiel angedeutet wäre. Ob nun David Puchalla als Wechsel für Joshua Schmucker, ob Peer Bauckner als Entlastung für Felix Maier oder Florian Eisenhuth als Allrounder im Rückraum – die TGH-Bank funktionierte sofort nach Einwechslung. Ohne jeglichen qualitativen Bruch im Spiel erhöhte sich daher die Führung der Hausherren bis in die 26. Minute auf 16:11. Wenig später wurden beim Stand von 17:13 die Seiten gewechselt.
Fünf Minuten Schwächephase – Dann die Entscheidung
Trotz des Spielstands und der augenscheinlichen Kontrolle über die ersten 30 Minuten ging die Bötsch-Truppe gewarnt zurück auf das Feld. In bisher allen Partien waren die ersten Minuten nach Wiederanpfiff die sprichwörtliche Achillesferse der TGH. Was zuvor in der Defensive in eingespielter Manier gelang, stockte auch gegen Mainfranken. Was im Angriff zuvor beinahe einfach wirkte, wurde in den ersten fünf Minuten nach Anpfiff zur schwierigsten Aufgabe. Und die HSG Mainfranken witterte sofort ihre Chance, jeder halbherzige Abschluss der Hätzfelder wurde als Einladung zum Tempogegenstoß dankend angenommen. Gleichzeitig wurde die Quote im HSG-Tor besser. Das Ergebnis aus der schwachen Phase der TGH war das 20:18 in der 36. Minute.
Nach dem ersten Leistungstal übernahm dann jedoch recht schnell die Routine in Heidingsfeld. Der stets gefährliche und agile Rückraum um Max Wirth machte es Felix Maier recht einfach, zu Toren zu kommen, der Linksaußen bedankte sich im Gegenzug mit einem Kreisanspiel an David Puchalla. So stand es nach etwas mehr als 38 Minuten 22:18 und Hähle legte seine zweite Auszeit-Karte. Diesmal jedoch ohne sichtliche Wirkung auf dem Feld danach: Die Hätzfelder zogen aus der Führung ihre Sicherheit zurück, sodass Frid Wisso in der 45. Minute mit dem Tor zum 25:19 die bis dato höchste Führung markierte.
Die HSG Mainfranken ließ dennoch zu keiner Zeit abreißen, völlig unabhängig vom Spielstand. Sportlich fair und mit entsprechendem Engagement kämpfte sich die Hähle-Truppe noch auf 25:22 ran, eine Aufholjagd oder gar ein Führungswechsel lag jedoch zu keiner Zeit in der Luft. Was den Spielverlauf zurück zu den Jugendspielern Liam Heeg und Krisztian Miroskin brachte. In der Schlussphase gab Julian Bötsch beiden Nachwuchskräften ihre Einsatzzeit, was postwendend mit Toren belohnt wurde. Entgegen der mit Erfahrung gespickten HSG-Abwehr lieferten Heeg und Miroskin glänzende Eins-gegen-Eins-Leistungen ab und trugen sich beide in die Torschützenliste ein. Auch in der Höhe verdient, endete die Partie mit dem letzten Treffer von Max Wirth mit 33:24.
Ausblick – Waldbüttelbrunn als gefährliche Wundertüte
Trotz der damit weiterhin blitzsauberen Bilanz geht die Reise für die TGH nahtlos weiter. Kommende Woche steht der stets schwere Ausflug nach Waldbüttelbrunn an. Die DJK-Reserve wird am 17. Oktober zudem kadertechnisch aus dem Vollen schöpfen können, da direkt im Anschluss an die Bezirksoberliga-Partie die Oberliga-Vertretung ran muss. Wer also zum Anpfiff um 17:30 Uhr der TG Heidingsfeld gegenübersteht, bleibt spannend.
Miroskin (1), Eisenhuth (2), Puchalla (3), Sommer (3), Wisso (1), Maier (6) Benteler, Tanushi, J. Schmucker (5), Heeg (1), Steinert (2), Wirth (7), Bauckner (2), Villmann, N. Schmucker, Weis
























