TGH besteht ersten Härtetest
Die erste Auswärtsfahrt der neuen Saison führte die TG Heidingsfeld zu den vielversprechenden Aufsteigern des MHV Schweinfurt 09. Zusätzlich zu der sowieso bestehenden Aufstiegseuphorie sollte die Eröffnung der neuen Paul-Maar-Halle den MHV beflügeln, doch die TGH kam gut vorbereitet.
Die ersten knapp neun Minuten in Schweinfurt verliefen exakt so, wie man sich aufseiten der Mannschaft von Julian Bötsch auf die schwere Aufgabe vorbereitet hatte. Die Bezirksliga-Aufsteiger nahmen die übliche Aufstiegseuphorie mit in die neue Halle, bei zuvor 17 Siegen aus 18 Saisonspielen und einem positiven Torverhältnis von über 200 Treffern überraschte das Selbstbewusstsein nicht. Der beflügelte und gleichzeitig absolut gelöste Ansatz führte zu einem vorerst offenen Schlagabtausch, sodass die erste Phase der Partie ausgeglichen mit 5:5 hinging. Nach überstandener Abtastphase meldete die TGH erste sichtliche Siegesambitionen an. Über Tore von Kapitän Max Wirth, David Puchalla, Felix Maier und Veit Sommer gehörten die zweiten rund zehn Minuten komplett den Hätzfeldern – beim Stand von 5:9 aus Sicht der Hausherren legte MHV-Coach Christopher Früh gezwungenermaßen die erste Timeout-Karte der neuen Saison.
Julian Bötsch nutzte die kurze Besprechung und nahm erste Auswechslungen vor, wobei jeglicher Ersatz nahtlos im Spiel ankam. Vor allem Florian Eisenhuth übernahm die geforderte und gewährte Verantwortung und steuerte noch vor der Halbzeit drei Treffer bei. Demnach setzte die versprochene Wirkung der Auszeit bei den Hausherren nicht ein. Über die Spielstände 6:11 (22.), 7:13 (27.) und 9:16 (29.) bestimmte die TGH den Rest des ersten Abschnitts. Beim 10:16 und demnach mit einer Sechs-Tore-Führung endete die erste Halbzeit der neuen Spielzeit.
MHV zeigt Klasse – TGH bleibt unbeeindruckt
In der Halbzeitpause stellte Bötsch seine TGH mit den bei einer durchaus komfortablen Führung üblichen Phrasen ein – der zweite Durchgang sollte gedanklich wieder bei „0 zu 0“ starten und vor allem dürfte der Gegner nun zu keiner Zeit unterschätzt werden. Dennoch zeigte der MHV Schweinfurt 09 gerade in den ersten zehn bis 15 Minuten, dass doch mehr als ein ambitionierter Aufsteiger in die Liga kam. Zum einen stellte MHV-Trainer Früh seine Mannschaft in der Abwehr defensiver ein und zum anderen griff im Angriff die in der Halbzeit weitestgehend vermisste Achse aus Felix Rother und Tobias Karl. Als Resultat verkürzte der MHV, dann auch weiter beflügelt von Rückraumtoren durch Dominik Schmitt, innerhalb von knappen zehn Minuten auf 18:20. Zwar griffen augenscheinlich die Umstellungen aufseiten der Hausherren, jedoch hat sich die TGH selbst einen großen Anteil der Aufholjagd zuzuschreiben. Im Angriff wurden, anders als noch im sehr sicheren ersten Durchgang, freie Würfe vergeben und gleichzeitig schlich sich der ein oder andere technische Fehler ein.
Dennoch konnten die Hätzfelder Handballer auch aus dieser Phase positive Entwicklungsschritte mitnehmen. Obwohl die Führung klar vom Tisch war, blieb die TGH diszipliniert im eigenen Spiel und vertraute auf die eigenen Stärken. Dennoch war der Aufsteiger aus Schweinfurt nun angezündet und nach etwas mehr als 45 Minuten zeigte die Anzeigetafel der Paul-Maar-Halle mit dem 22:22 das erste ausgeglichene Ergebnis seit dem 5:5 aus der neunten Minute. Noch dazu verabschiedete sich TGH-Abwehrchef Arion Tanushi per 2-Minuten-Zeitstrafe von der Platte. Wenn man die gesamte Partie auf eine entscheidende Phase reduzieren möchte, dann dürfte wohl diese Zeitstrafe als adäquate Blaupause dienen. In Unterzahl verteidigte Heidingsfeld clever und sicherte sich den Ballbesitz – im Angriff wurden die Ansätze wieder zwingender und vier Tore später lagen die Gäste mit 26:22 in Front.
Mit noch knappen zehn Minuten auf der Uhr war jedoch völlig klar, dass dies noch keine Entscheidung mit sich brachte. MHV-Rückraumspieler Dominik Schmitt nahm sich abermals Angriff für Angriff ein Herz und steuerte weitere drei seiner insgesamt zehn Treffer bei. Mit noch etwa fünf Minuten auf der Uhr stand das Spiel beim Stand von 26:27 auf Messers Schneide. Doch wieder zeigte sich der Unterschied zwischen einem doch emotionalen Aufsteiger und der routinierten Handschrift von TGH-Coach Julian Bötsch. Während der MHV immer offensiver wurde, nahm Heidingsfeld die großen Räume an und setzte auf die schnellen Rückraumspieler im Eins-gegen-Eins. Als Ergebnis musste Dominik Schmitt nach einer Abwehraktion gegen Veit Sommer mit 2 Minuten vom Feld, Bennet Steinert verwandelte den fälligen Strafwurf zum 26:28. Ein geblockter Ball von Tanushi später sprintete Felix Maier zum 26:29. Damit war doch die sprichwörtliche Messe gelesen, selbst die in den letzten Minuten komplette Manndeckung der MHV-Männer brachte die Hätzfelder Handballer nicht aus der Ruhe. Veit Sommer setzte mit seinem sechsten Treffer den Schlusspunkt zum 28:31-Auswärtssieg.
Die ersten Punkte der Saison 2026/27 holt sich die TG Heidingsfeld daher aus Schweinfurt. Gerade im zweiten Abschnitt bot der MHV Schweinfurt 09 hierfür jedoch einen mehr als harten Kampf, in dem Kleinigkeiten und wahrscheinlich am Ende auch die Routine entscheidend waren.
Am zweiten Spieltag, am Samstag, dem 26. September, trifft die TG Heidingsfeld in der heimischen Halle auf die HSG Volkach. Anpfiff ist um 19:30Uhr!
























