TG Heidingsfeld siegt bei der HSG Mainfranken mit 31 : 28

Hätzfelder Handballer sind jetzt erst richtig in der BOL angekommen! Starke Teamleistung gegen starken Gegner.

Ausgangssituation

Die HSG Mainfranken, eine Kombinationstruppe der TG Kitzingen, des TV Etwashausen und des TV Mainbernheim, war sehr stark in die laufende BOL-Runde gestartet. Ungeschlagen mit 5 : 1 Punkten – darunter ein Unentschieden beim Meisterschaftsfavoriten MHV Schweinfurt und ein Sieg gegen die Bayernligareserve der DJK Waldbüttelbrunn – stand man nach Minuspunkten gerechnet, bis dato sogar an der Tabellenspitze. Aus Sicht der TG Heidingsfeld war es da schon eine relativ glückliche Fügung, dass bei den Kitzingern der bisherige Liga-Topwerfer, Denis Motscha für diese Partie krankheitsbedingt passen musste. Gleichwohl hatte dessen Fehlen an diesem Abend wahrlich keine signifikante Auswirkung auf den handballerischen Stil, den Spielfluss und das bärenstarke Gegenstoßverhalten der HSG Mainfranken. Seitens der TGH fehlte Lars Behnke wegen Krankheit, dafür debütierte mit Steffen Benteler ein Neuzugang im Heidingsfelder Rückraum. Der waschechte „Ascheberscher“ spielte zuletzt in Aschaffenburg bei der HSG Aschafftal. Er wohnt und arbeitet jedoch schon seit über einem Jahr in Heidingsfeld bzw. Würzburg. Außerdem stand mit dem erst 17-jährigen Yannick Meinusch ein Nachwuchstorwart aus der eigenen Jugend zum ersten mal im Aufgebot der ERSTEN und kam sogar zu einem sehr erfolgreichen Kurzeinsatz, ausgerechnet in der Crunchtime der Partie.

Spielverlauf

Die Wirth-Schützlinge begannen stark. Mit kompakter Defensive und schnellem Tempospiel gelang es bis zur 6. Minute einen 4:1-Vorsprung herauszuwerfen. Insbesondere der eigentlich am Sprunggelenk verletzte Patte Grammel zündete sofort seinen Turbo und traf gleich zweimal im erweiterten Gegenstoß. Allerdings beeindruckte das die Kitzinger Gastgeber wenig. Angetrieben vom überragenden Oliver Eckert (Rückraum) holte die HSG Tor um Tor auf und ging in der 17. Minute ihrerseits erstmals in Führung (9:8). Den Hätzfelder Ausgleich besorgte jedoch postwendend Ivo Groksch  (18. Min.), gewohnt treffsicher von der Rechtsaußenposition. Bis zur Halbzeitpause – also in den verbleibenden gut 10 Minuten der ersten Spielhälfte – konnten die Hausherren dann stets einen Treffer vorlegen und die TGH zog dann jeweils wieder nach. Dies auch dank Steffen Benteler, der bei seinem Premierenauftritt im Trikot der TG Heidingsfeld hervorragend „aufgelegt“ war. Binnen vier Minuten (25. – 29. Min.) traf der Neu-Hätzfelder gleich dreimal in Serie! Der 17:17-Halbzeitsand war dann irgendwie auch genau das richtige, weil leistungsgerechte Halbzeitresultat.

Im zweiten Durchgang fand, was die Führung anbelangt, zunächst ein kleines Wechselspielchen statt. Cedric Steinmetz per 7-Meter-Stafwurf eröffnete diese Phase zum 18:17 für die TGH. Schon zwei Minuten später stand es aber wieder 19:18 für die Kitzinger Hausherren. Janik Nass traf dann vom Kreis zum Ausgleich und wenige Sekunden darauf folgte abermals die HSG-Führung, die Farid Wisso – unser syrischer Landsmann im Heidingsfelder Team – seinerseits mit einem herrlichen Heber von der LA-Position egalisieren konnte (20:20). Auch eine 2-Tore-Führung der TGH in der 38. Minute wurde von den Kombinierten prompt wieder „aufgearbeitet“, und zwar zum Zwischenstand von 22:22 in der 41. Spielminute. Daraufhin warf Farid Wisso – der sein bisher bestes Rundenspiel absolvierte und insgesamt 7 Tore erzielen konnte – erneute von der LA-Position seine Farben zum 23:22 in Front. Wie sich herausstellen sollte, war dies sozusagen der Grundstein zum späteren Sieg. Denn ab jetzt, also ab der 42. Minute, gaben die MANNI-Boys die Führung nicht mehr her. Allerdings entwickelte sich ab diesem Moment ein harter, spannender, fesselnder, jedoch allzeit fairer Kampf um jeden Zentimeter Hallenboden. Es war der sprichwörtliche Kampf auf „Biegen und Brechen“! Der Hätzfelder Abwehrchef, Janik Nass avancierte nun zum sicheren Faktor in der Defensive und machte dort keinen Fehler mehr – und dies strahlte auf seine Nebenleute aus, zumindest zeitweise.

Nach einer zwischenzeitlichen 3-Tore-Führung für die TGH, war die Begegnung in der 51. Minute mit dem Zwischenresultat von 27:26 (allerdings noch für die Heidingsfelder), dann doch wieder völlig offen. Nun kam so allmählich die Zeit des Hätzfelder Spielmachers, Alex Wagner. Ganze drei Tore gelangen ihm in den letzten acht Spielminuten, und zwar jeweils zur 2-Tore-Führung! Absolut spielentscheidend war sein Treffer in der 58. Minute, als er nach einem dynamischen Durchbruch den Ball unhaltbar ins HSG-Gehäuse „zimmerte“! Diese entschlossene Aktion war gleichzeitig die Entscheidung zugunsten der TGH. Farid Wisso setzte dann wenig später sogar noch einen weiteren Treffer zum 31:28-Endstand per erweitertem Gegenstoß drauf.

Bemerkenswert hierbei ist auch die Tatsache, dass in den letzten acht Spielminuten der erst 17-jährige Yannick Meinusch in den TGH-Kasten eingewechselt wurde. Diese eher unübliche Einwechslung erfolgt, weil die beiden arrivierten TGH-Torhüter, Noah Schmucker und Maximilian Schack, zwar nicht schwach spielend, aber in der ein oder anderen Situation etwas unglücklich agierten. Und Yannick Meinusch enttäuschte nicht! Seine jugendliche Unbekümmertheit machte sogar in dieser Situation den Unterschied aus. Ganze vier Bälle – darunter einen frei geworfenen Tempogegenstoß – konnte der Youngster in der Endphase parieren und sicherte damit den völlig unerwarteten Auswärtssieg der TG Heidingsfeld. Was für ein toller Einstand für den jungen Burschen und was für ein ungemein wichtiger Erfolg für unsere ERSTE.

Fazit

Handballerisch war zwischen den beiden Mannschaften wohl kein Unterschied auszumachen. Es war vielleicht ein Hätzfelder Erfolg, der durch ein Quäntchen mehr an Glück zustande kam. Glück allerdings, welches durch eine echte Teamleistung, durch kollektive Willenskraft eben auch ein wenig erzwungen wurde. So gesehen, hatte die unsere ERSTE vielleicht eine Nuance mehr an Spielanteilen auf ihrer Seite und somit dürfte der Hätzfelder Erfolg dann auch in Ordnung gehen. Wohlgemerkt, ein Erfolg gegen eine spiel- und laufstarke HSG-Truppe, die einen rasanten, modernen Handballstil auf die Platte zauberte und unseren Jungs damit alles abverlangte – körperlich und mental. Für die Wirth-Schützlinge war die kurze Fahrt nach Kitzingen also ein lohnender Ausflug und die beiden Punkte bedeuten für den Verbleib in der BOL eine ganze „Welt“. Denn bitte nicht vergessen: Im schlimmsten Fall müssen drei von sieben Teams absteigen, weshalb 12 Punkte aus leider nur 12 Rundenspielen – also ein ausgeglichenes Punktekonto – im Rennen um die Nicht-Abstiegsplätze das Maß der Dinge ist und bleibt!

Wie geht es weiter?

Da nun wieder eine spielfreie Zeit von drei Wochen ansteht, ehe es zur letzten Vorrundenbegegnung nach Waldbüttelbrunn geht, müssen sich die TGH-Verantwortlichen einiges einfallen lassen, um die ERSTE einigermaßen in Form zu halten. Vor allem durch das ein oder andere Testspiel soll diese lange Pause sinnvoll überbrückt werden.

Aufstellung und Torschützen für die TG Heidingsfeld

Noah Schmucker (TW: 1. – 30. Min); Max Schack (TW: 31. – 52. Min.); Yannick Meinusch (TW: 53. – 60. Min.); Farid Wisso (7/1); Alex Wagner (5); Kolle Singer (1); Marius Schneider (n. e.); Pius Eisenmann (n.e.); Cedric Steinmetz (4/2); Steffen Benteler (4); Patte Grammel (3); Ivo Groksch (2); Fritzchen Bormann (1); Janik Nass (4)

Das nächste Spiel

Erst am Samstag, 04.12.2021 findet um 19.30 Uhr das nächste Punktspiel unserer Hätzfelder ERSTEN bei der DJK Waldbüttelbrunn II in der Ballsporthalle Waldbüttelbrunn statt.

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