MHV Schweinfurt gewinnt ohne Probleme bei der TGH

Enttäuschende Vorstellung der Hätzfelder Handballer bei 23 : 29 Heimpleite; BOL-Reifeprüfung (noch) nicht bestanden!

Ausgangssituation

Dass der MHV Schweinfurt einige wirklich gut ausgebildete, vor allem auch individual-taktisch starke Spieler wie den sehr erfahrenen Playmaker Sören Bernt oder den wurf- und spielstarken Leon Rastner in seinen Reihen hat, war bestens bekannt. Ebenfalls war völlig klar, dass der MHV mit gleich mehreren „2-Meter-Männern“ physisch die definitiv stärkste Mannschaft der BOL stellt und diese überragende Physis in Abwehr und Angriff auch einzusetzen weiß. Weiterhin war im vorhinein klar, dass die Favoritenrolle in dieser Begegnung nicht bei der gastgebenden TG Heidingsfeld liegen würde und schon so ziemlich alles hätte zusammenpassen müssen, wenn seitens der Hausherren tatsächlich eine Überraschung hätte glücken sollen. Insofern waren die Kräfteverhältnisse offenkundig und man versuchte sich im TGH-Lager im Rahmen der bescheidenen Trainingsverhältnisse natürlich trotzdem irgendwie auf den Gegner einzustellen und Ansatzpunkte zu suchen – wie beispielsweise ein bedingungsloses Tempospiel – um den Schweinfurtern irgendwie beizukommen und  sich so vielleicht doch zumindest eine Option auf einen Erfolg erkämpfen zu können.

Spielverlauf

Trotz oder auch gerade wegen vielerlei Bemühungen im Vorfeld der Partie, war dann der tatsächliche Spielverlauf mehr als ernüchternd. Praktisch von Beginn an, dominierte der MHV Schweinfurt die Szenerie und lag eigentlich immer sehr komfortabel in Front. So etwa ab der zehnten Spielminute begann das Ergebnis der TGH davonzulaufen. Vom Zwischenstand 3:4 in der 7. Minute stellte der MHV binnen 4 Minuten auf eine deutliche 3:8-Führung um und stelle damit schon zu diesem frühen Zeitpunkt des Spiel die Weichen auf einen letztlich ungefährdeten Auswärtssieg. In dieser Phase begann der Abwehrverband der Hätzfelder mehr und mehr zu „zerbröseln“ und einigen THG-Abwehrspielern wurde es leider auch nicht erspart, hin und wieder sogar richtiggehend vorgeführt zu werden. Bezeichnenderweise konnte der ansonsten zweikampfstärkste TGH-ler, Nikolai Singer, so gut wie nie, einen Zweikampf gegen seinen unmittelbaren Gegenspieler (Leon Rastner) gewinnen. Oder Fritzchen Bormann, unser (einziger) 2-Meter-Hüne, bislang stets zuverlässig im Defensiv-Verbund, hatte niemals wirklich das Geschehen im Heidingsfelder Abwehrzentrum unter Kontrolle. Janik Nass, der „Abwehrchef“ im Team, war wenigstens bemüht, kämpferisch mit gutem Beispiel voranzugehen. Was jedoch in der ersten Halbzeit nicht bei allen seiner Mitspieler anzukommen schien, vielleicht auch gar nicht ankommen konnte, denn der ein oder andere Akteur in der Heidingsfelder Hintermannschaft war schlichtweg viel zu sehr mit sich selbst und seinen abwehrspezifischen Problemen beschäftigt, als dass ein gemeinsames „Zusammenlangen“ möglich gewesen wäre.

Im Angriffsspiel – soviel stand vorab fest – konnte man freilich aus dem Rückraum so gut wie keine Akzente gegen die Schweinfurter „2-Meter-Abwehrwand“ setzen. Wenigstens gelangen hier vereinzelt mal einige Kreisanspiele auf Janik Nass oder einem anderen „eingelaufenen“ Rückraumspieler. Ivo Groksch auf der Rechtsaußenposition konnte diesmal nicht ganz so stark in Szene gesetzt werden, wie in den Spielen zuvor – dies lag an der zeitweisen Schweinfurter Offensiv-Verteidigung gegen unseren Rechtsaußen. Möglichkeiten ergaben sich allerdings auf der LA-Position, mehr jedenfalls, als in jedem Punktspiel zuvor. Schade ist deshalb, dass Farid Wisso hier nicht überzeugen konnte. Der technisch starke Syrer hätte das ein oder andere Tor mehr erzielen müssen, brachte aber allzu oft den Ball nicht im MHV-Gehäuse unter. Auch der dann für eine gehörige Spieldauer auf der LA-Position eingesetzte Pius Eisenmann – gleichwohl noch ein junger Nachwuchsakteur – konnte hier keine Courage entfalten und somit auch keine neuen Impulse setzen. So reduzierten sich die Möglichkeiten, den Schweinfurtern doch noch irgendwelche Problem bereiten zu können, auf das Konterspiel, respektive dem sog. „2.-Phase-Spiel“. Wenigstens das zeitigte hin und wieder Erfolg. Unterm Strich war das jedoch viel zu wenig, als dass man mit einem „anständigen“ Ergebnis in die Halbzeit hätte gehen können. Der 10:16-Halbzeitstand spiegelte dann auch einen ganzen Klassenunterschied wider und entsprach völlig den bis dato gebotenen handballerischen Leistungen.

In der zweiten Spielhälfte wurde es dann allerdings doch noch ein ganz ordentliches Handballspiel, bei dem die Wirth-Schützlinge endlich ihre Scheu und ihre Hemmungen ablegen konnten und vornehmlich auch im Abwehrverband einigermaßen dagegenhalten konnten. Dies lag einerseits daran, dass nun auch immer wieder einmal die Zweikämpfe gewonnen werden konnten und sich somit ein Hauch von Abwehrsicherheit verbreiten konnte. Andererseits gelang es dem bis dahin auch nicht sonderlich stabil wirkenden TGH-Keeper, Noah Schmucker nun zusehends ins Spiel zu finden. Mit zunehmender Spieldauer wurde Noah stärker und dies gab seinen Vorderleuten auch ein wenig Halt. Gleichzeitig ist nach etwa 40 Minuten der fast schon geniale MHV-Spielmacher Sören Bernt verletzungsbedingt ausgefallen und just ab diesem Moment lief auch das Angriffsspiel der Schweinfurter nicht mehr so geschmeidig und rund. Irgendwie bekamen die Jungs um TGH-Playmaker Alex Wagner nun doch noch ihre „Zeit“ in diesem bis dahin recht einseitigen Handballspiel. Jetzt ging man endlich weniger brav und ehrfürchtig zu Werke, so dass man die zweite Halbzeit wenigstens einigermaßen ausgeglichen gestalten konnte. Patte Grammel, der in diesem Spiel auch nicht jeden Ball „versenken“ konnte, wurde nun „lebendiger“ und kam noch zu weiteren drei schönen Treffern. Und siehe da, die Torchancen auf Seiten der TGH wurden nun deutlich häufiger. Allerdings ließ man diese Gelegenheiten leider nur allzu häufig ungenutzt. Alex Wagner, der mehrfach freistehend schön erarbeitete Einwurfmöglichkeiten vergab, sei hier nur stellvertretend für einige andere Hätzfelder Akteure genannt. In der 57. Minute konnte Cedric Steinmetz mit einem Doppelschlag auf 23:26 verkürzen, aber dann kam der MHV Schweinfurt auch noch zu drei relativ billigen Gegenstoßtoren infolge von einfachen technischen Fehlern seitens der Hausherren, so dass letztlich ein deutliches Endresultat von 23:29 Toren für die Gasttruppe aus Schweinfurt zustande kam.

Fazit

Spielverlauf und Resultat lassen keine zwei Meinungen zu, der MHV war der erwartet starke Gegner und siegte völlig verdient. Die MANNI-Boys offenbarten in der ersten Halbzeit große Defizite im Abwehrverband, hier vornehmlich im Zweikampfverhalten. Im zweiten Durchgang schaffte man es zwar, das Spiel insgesamt und auch von der Torabfolge her ausgeglichener zu gestalten, jedoch war eine echte Wende nicht wirklich in Reichweite. Hierzu hätte es der guten Trefferquoten aus den drei vorhergegangenen Spielen bedurft. Aber im Gegenteil, die mangelnde Trefferausbeute avancierte in der zweiten Halbzeit zum deutlichsten Manko der Heidingsfelder. So war es trotz einer deutlichen Steigerung der kämpferischen Leistung in der zweiten Spielhälfte,  nicht möglich etwas Zählbares zu erreichen.

Konsequenzen für den weiteren Rundenverlauf

Mit dieser Heimpleite ist klar, dass der kleine „Höhenflug“ der TG Heidingsfeld ein krasses Ende gefunden hat. Die drei bis dahin gewonnenen Spiele – es handelte sich stets um Teams auf handballerischer Augenhöhe mit der TGH  – erfahren im Nachhinein, nach diesem ernüchternden Erlebnis vom Samstagabend eine umso größere Bedeutung. Das Dilemma wäre ganz beträchtlich, hätte man auch nur eines dieser Spiele verloren. So jedoch muss man zwar konstatieren, dass man die BOL-Reifeprüfung leider noch nicht bestanden hat, aber es kommen ja mit der HSG Mainfranken und der DJK Waldbüttelbrunn II in der Vorrunde noch zwei echte Herausforderungen und damit auch gute Gelegenheiten, um dies zu korrigieren. Nur allzu deutlich wurde aber anhand des Schweinfurt-Spiels auch, dass es den Hätzfelder Jungs vor allem an Spielpraxis, an Routine und an Selbstverständlichkeiten in den verschiedensten Situationen fehlt. Quasi jede Aktion in Angriff und Abwehr muss noch mental vorbereitet werden, was eine enorme Fokussierung mit erheblichem mentalen Kraftaufwand bedeutet – das kann nicht immer erfolgreich enden. Dieses verlorene Spiel wird also erst dann zur richtigen Niederlage, zur handfesten Klatsche, wenn man aus diesen einfach zu analysierenden Unzulänglichkeiten nicht lernen würde. Viel Trainingsfleiß wird notwendig sein und auch das ein oder andere Testspiel wird eingestreut werden müssen, um hier schlussendlich einen Entwicklungsschritt nach vorne machen zu können. Gelingt es der Mannschaft um die beiden Spielführer Schnixxe Schneider und Patte Grammel jedoch hieraus den gebotenen Ehrgeiz zu entfachen und unbedingt den BOL-Verbleib – zu dem nach wie vor noch drei gewonnene Spiele erforderlich sind – erreichen zu wollen, so war diese „Minuserfahrung“ gegen den starken MHV Schweinfurt sicherlich kein Beinbruch. Ergo, die Sinne im TGH-Lager sollte anlässlich dieses Samstagabend-Erlebnisses allseits „stärkstens“ geschärft sein!

Aufstellung und Torschützen für die TG Heidingsfeld

Noah Schmucker (TW: 1. – 60. Min.); Max Schack (TW: n. e.); Farid Wisso (3/2); Alex Wagner (2); Kolle Singer (3); Cedric Steinmetz (5); Patte Grammel (4); Ivo Groksch (4/1); Fritzchen Bormann; Janik Nass (2); Pius Eisenmann;

Das nächste Spiel

Nach nun zweiwöchiger Spielpause findet das nächste Spiel am Samstag, 13.11.2021 um 20.00 Uhr in Kitzingen bei der HSG Mainfranken statt.


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