Bezirksliga-SÜD (Männer)
TG Heidingsfeld II        –       TV Dettelbach                  34  :  24        (18 : 11)
Samstag, 29.02.2020

Das Ergebnis blendet: eine dürftige Leistung reicht dennoch zum Kantersieg; Cedric Steinmetz einmal mehr überragend (15 Treffer)!!!
ACHTUNG! Als verlustpunktfreier Tabellenführer mit 22:0 Punkten, kann am kommenden Samstag in Höchberg die Meisterschaft perfekt gemacht werden!

Einmal mehr reichte eine mäßige Leistung zum deutlichen Erfolg. Nur phasenweise riefen Sampers, Steinmetz, Wagner & Co. im Mannschaftsverbund ihr wahres Leistungsvermögen ab. Immer dann, wenn schnell gespielt wurde und der Ball flüssig durch die Aufbaureihe lief, hatte man auch Erfolg. Wurde von diesem “Marschbefehl” abgewichen, wurde häufig Murks produziert.
Wäre da nicht Cedric Steinmetz in allerbester Form und Spiellaune auf Hätzfelder Seite gewesen, hätte man sich auch gegen diesen – relativ einfach auszurechnenden Gegner aus  Dettelbach – sehr, sehr schwer getan. Aber der angehende Jurist steht nunmal in den Reihen der TGH und genau er machte an diesem Tag den Unterschied aus. Seine 15 Treffer (!) sind das eine, seine stetig voran schreitende handballerische Entwicklung ist das andere – und Cedric wird weiter reifen und die TGH wird in Zukunft noch viel mehr Freude an diesem pfeilschnellen Rückraumspieler haben. Ein anderer Pluspunkt ist weiterhin das 17-jährige Torwarttalent, Noah Schmucker. Auch wenn es dieses Mal von ihm keine überragende Darbietung war, kann seine Leistung – anders als die seiner Vorderleute – durchweg als grundsolide beurteilt werden. Apropos “Vorderleute”, also Abwehrspieler und Defensivarbeit: “Um Gotteswillen”!!! Was da alles verkehrt gemacht wird, geht wirklich nicht mehr auf die berühmte “Kuhhaut”. Ursache allen Übels ist das völlig unzulängliche Zweikampfverhalten. Erneut, also längst nicht zum ersten Mal, waren Spieler auf der Platte, denen es tatsächlich  gelungen ist, während ihres Einsatzes nicht einen einzigen Zweikampf zu gewinnen! Und diese Aussage wird noch brisanter, wenn man weiss, dass genau dieses Zweikampfverhalten immer und immer wieder trainiert wird. Das wiederum wirft Fragen auf.

Der Spielhergang kann relativ nüchtern erläutert werden. Etwa zur Mitte des ersten Spielabschnittes war ein komfortabler Vorspung herausgeworfen worden (10:5 in der 15. Min.) und der wurde bis zur 18:11-Pausenführung noch ein wenig ausgebaut. Teilweise flüssiges Kombinationsspiel im Positionsangriff und vor allem schnelle Konterläufe, waren bis dahin die Erfolgsfaktoren auf Seiten der TGH. Neben dem bereits genannten Cedric Steinmetz, konnten bis dahin vor allem Janik Nass vom Kreis, sowie Dominic Albers und Ivo Groksch von den beiden Außenpositionen mit Treffsicherheit überzeugen.

Den allergrößen “Dummfug” produzierten die Wirth-Schützlinge jedoch im Laufe der zweiten Halbzeit. Neben dem bereits beschriebenen, schwachen Abwehrverhalten, häuften sich nun auch die technischen Fehler und vor allem auch die Fehlwürfe. Schade, dass gerade auf dem rechten Angriffsflügel, der in der ersten Halbzeit noch gut funktionierte, gleich reihenweise beste Einwurfgelegenheiten, teilweise jämmerlich vergeigt wurden. Neben Schnixxe Schneider, der an diesem Tag völlig “verwachst” hatte, ließ sich nun auch Ivo Groksch vom allgemeinen Durcheinander beeinflussen und setzte jetzt seinerseits mehrere gute Torchancen in den Sand. Die Dettelbacher wurde somit wieder ins Spiel zurückgeholt und die ließen sich auch nicht lange bitten. Durch “Gemotzte” und “Gemaule” seitens einiger Arrivierter im TGH-Dress, wurde die ohnehin schon angespannte Situation beim Tabellenführer noch zusätzlich negativ beeinflusst und machte es dem Gegner nochmals einfacher. Zwölf Minuten vor Spielende hatten die Gäste aus Dettelbach beim Stande von 24 : 21 auf drei Tore Differenz verkürzt und witterten zurecht ihre Chance. Bezeichnenderweise wurde es bei der TG Heidingsfeld handballerisch erst dann wieder besser, als Janik Nass für eine unpassenden Bemerkung, von Trainer Manni Wirth disziplilnert und für den Rest des Spiels auf die Bank verbannt wurde. Plötzlich ging es wieder! Es gelang sogar noch, die letzten sieben Minuten gänzlich ohne Gegentreffer zu gestalten und so baute man die Führung sukzessive vom 28:24-Zwischenstand in der 53. Minute, auf den Endstand von 34:24 aus.

Trotzdem fühlte sich der 10-Tore-Kantersieg nach dem Abpfiff nicht als solcher an. Zu plastisch, zu geifbar waren die Eindrücke von einer völlig unzulänglichen Gesamtleistung. Jedem war klar, dass dieses Abwehrverhalten einen neuerlichen Tiefpunkt markierte und vielleicht lassen sich manche Halbsätze einzelner Protagonisten so interpretieren, dass angesichts der eigenen handballerischen Unzulänglichkeiten die nun greifbare Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksoberliga, für einige TGH-Akteure tatsächlich einen Pyrrhussieg bedeuten könnte. Das Schlimmste dabei ist, dass diese Befürchtungen
völlig zurecht bestehen.

Wie auch immer, gejubelt hat an diesem Nachmittag in der Heidingsfelder Ballsporthalle jedenfalls niemand.

Es spielten für die TG Heidingsfeld II:

Noah Schmucker (TW: 1 – 60. Min.); Mario Steinert (TW: n. e.); Andi Herrmann (1); Alex Wagner (1); Benni Heuer; Rene Sampers (4); Cedric Steinmetz (15/4); Grammel Patte (n. e.); Dominic Albers (4);
Ivo Groksch (3); Jakob Schulz (1); Marius Schneider; Janik Nass (5);

Nächstes Spiel:

Samstag, 07.03.2020  um  20.00 Uhr                TG Höchberg     –    TG Heidingsfeld II
Mainlandhalle Höchberg

 

 

 

 

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