Bezirksliga-SÜD (Männer)
SG Randersacker      –      TG Heidingsfeld II               25 : 34        (15 : 15)
Samstag, 01.02.2020

 

Hätzfelder ZWOTE bleibt auch in Randersacker “sauber” –

 

aber ansonsten fast alles schuldig; Jetzt souveräner Tabellenführer mit 18 – 0 Punkten; Der Alte Island-Nachläufer auf Jamaika … und der starke Cedrik Steinmetz so richtig on fire …

Es war von vornherein klar, jeder hat’s gewußt und genauso kam es dann auch – Randersacker war wieder einmal anders, ganz anders! Aber eigentlich war es ja auch nur so wie immer, in Randersacker: Die SG-ler spielten vor dem Hätzfelder Abwehrverband ein bißchen “rum”, irgendwie kreuz und quer, und dann war der Ball im Tor, irgendwie!

Das funktioniert schon immer so – zumindest gegen unsere ZWOTE schon seit Jahren – und warum sollte man das ändern. Offensichtlich konnten beide Team gut damit leben,  auch am Samstagnachmittag. Und da war dann auch wieder – und das ist bei einem Punktspiel zwischen Hätzfeld und der SG schon längst so etwas wie ein traditionelles Ritual – der “Alte Island-Nachläufer”! Ein Spielzug aus den Anfängen des Hallenhandballs in den 1960e bzw 1970er Jahren, ein sog. “Gewollter Durchbruch” – ja so nannte man das damals – der den Isländern seinerzeit zuerst eingefallen war. Primitiv eigentlich, der Kreisspieler stellt eine Sperre und ein Rückraumspieler rennt drum rum, fertig! Der Ablauf klappt seit Dekaden nicht einmal mehr bei einer C-Jugend-Mannschaft, aber unsere Hätzfelder ZWOTE findet den “Alten Isländer” richtig klasse. Der klappte links, der klappte rechts, dann wieder links… bloß nichts kaputt machen, nur nicht eingreifen, und Körperkontakt, nee … so unhygienisch.

Dem Chronisten fällt es schwer zu beschreiben, was sich da in der Heidingsfelder Defensive abspielte, bzw. eben nicht abspielte. Man kam halt gut mit den Angreifern der Heimmannschaft aus, sind ja tatsächlich alles nette Kerle, warum also sollte man denen in Handwerk pfuschen … und wenn der Alte Isi schon mal läuft … fehlte bloß noch, dass man dafür auch noch Beifall klatschte. Also das Eintrittsgeld war das Spiel aber allemal wert, den wer als Zuschauer richtig hinschaute konnte wahrlich skurile Szenen beobachten, da unten auf dem Spielfeld und auch an der Seitenlinie. Denn wärend seine Jungs auf der Platte mit ihrem jeweiligen Gegenspieler sehr vorsichtig, ja fast zährtlich umgingen, quasi einen Nicht-Angriffspakt schlossen und imaginäre Friedenstütchen rauchten und sich ganz gewiss irgendwo an einem jamaikansichen Strand bei einer Ganja-Fete wähnten, tobte der Hätzfelder Coach innerlich und war kurz davor ganz Jamaika mitsamt dem Isländer verbal zu vernichten.

Und tatsächlich, es wurde noch skuriler! Jetzt wollten die beiden Referees auch nicht mehr nur dabei sein, nein, proaktiv die Party unterstützen und eine wenig bunter machen, hatten die sich jetzt gedacht. Sie holten ihr Kartenspiel heraus und zeigten öfters mal die Gelbe. Besonders der Hätzfelder Trainer war schockiert, er forderte (vergebens) ständig Aggressivität und endlich mal ein zupackendes Zweikampfverhalten von seinen Leuten, und die Schiris verteilten für die zaghaften Streicheleinheiten auch noch gelbe Karten. Weil er sich auch noch aufregte – übrigens das letzte Mal, dass er sich in diesem Spiel über etwas aufregte – sah er dann selbst in der 17. Minute den gelben Karton. Da fragte sich der Hätzfelder Coach dann wirklich: “Randersacker, soviel war klar – aber welcher Planet”? Ihm wurde dann auch schnell klar, dass das mit den Schiris völlig in Ordnung ging, nur die Spielerei passte eben nicht dazu!

Ach ja, wer von der ersten Halbzeit einen Spielbericht erwartet, der muss enttäuscht werden, geht nicht, war nicht, fand kaum statt. In den ersten 30 Minuten gab es auf Seiten unserer ZWOTEN eigentlich bloß zwei, drei Figuren, die nennenswert waren. Noah Schmucker stemmte sich gegen einen allzu großen Rückstand und glänzte mit 9 gehaltenen Bällen und Cedric Steinmetz hielt seine Mannschaft quasi im Alleingang im Spiel. Er feuerte aus allen Rohren und aus allen Lagen. Die ersten vier Hätzfelder Tore erzielte er gleich mal selbst und das ging dann auch so weiter. Unfassbare 15 Treffer standen am Ende für ihn zu Buche und wäre der alles überragende Handballer in der zweiten Halbzeit nicht längere Zeit auf der Bank gesessen, hätte der pfeilschnelle Angreifer wohl den ersten Zwanziger erzielt.

Schön zu sehen war auch noch, dass sich “Schnixxe” Schneider auf der Rechtsaußenposition zurückmeldete. Zumindest prügelte er zwei Bälle an diesem eher ruhigen und gelassenen Nachmittag mit einer geradezu exotischen Entschlossenheit in die Maschen, dass für kurze Momente so etwas wie Verzückung und Verwunderung durch die SG-Halle waberte.

In der Halbzeitpause hatte dann einige Hätzfelder Spieler offensichtlich genung von Ganja und laufenden Isis und teilten das ihren Party-Kollegen auch lautstak mit. Das fanden dann plötzlich auch alle auch wieder “echt cool” und so ging’s dann halt endlich mal los mit dem Handballspielen und vor allem, mit der Defensivarbeit. Die mental gerauchten Tüten landeten im Klo und dann lief auch der Isi nicht mehr, und die SG Randersacker hatte plötzlich ein Problem! Oder besser gesagt, einen Haufen an Problemen. Die MANNI-Boys besannen sich auf Ihre Kämpferqualitäten, verteidigten jetzt – ab Anpfiff zur zweiten Halbzeit – mit ganzer Konzentration und Entschlossenheit. Ab jetzt war’s vorbei mit dem Hin- und Herspielen seitens der Hausherren, jetzt wurden schwache, schlechte Würfe des Gegners erzwungen und reihenweise Bälle erobert, und es wurden nun endlich Tempogegenstöße gelaufen – also, vor allem Cedric lief die Konter, und er traf, immer und immer wieder. Klasse!

Etwa eine Viertelstunde ging das so. Ganze zehn Minuten blieb man nun ohne Gegentor und zog vom 15:15-Halbzeitstand auf eine 15:22-Führung in der 39. Minute davon. Erst in der 40-ten Minute kam Randersacker zum ersten Treffer in der zweiten Halbzeit. Auch wenn die letzten 15 Minuten auf Hätzfelder Seite wieder nicht mehr so konzentriert verliefen, geriet der Sieg nicht mehr in Gefahr. Im Gegenteil, obgleich die SG Randersacker immer noch dagegegen zu halten versuchte, der “Isländer” hatte sich verlaufen und die Wirth-Schützlinge zogen die Sache nun durch und freuten sich dann sehr über den deutlichen 25:34-Auswärtserfolg. Aber, quasi noch auf dem Spielfeld, ging man dann gleich wieder in den Feiermodus über.

Aus dem Jublelkreis tönte es lautstark “Spitzenreiter, Spitzenreiter” und zwar zurecht, denn die Tabellenführung wurde mit diesem Sieg kräftig fundamentiert. Man steht jetzt mit ganzen 5 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten an der Tabellenspitze, und das ist ganz real, ganz klar und deutlich, und vermittelt ein wunderbares Hochgefühl, und zwar auch ohne jeglichen Konsum von psychedelischen Substanzen.

Schlussendlich ist folgende Anmerkung reine Chronistenpflicht: Es wurden einige Stunden nach dem Spiel im Kreise der Hätzfelder ZWOTEN noch lange über ein wahrlich großes Problem sinniert, nämlich, wohin soll der diesjährige Abschlusstripp der Mannschaft nach Rundenende gehen? Hier kann die Antwort nur lauten: Entweder Island, oder Jamaika!

P.S. Wer an dieser Stelle eine Handball-Berichterstattung lesen wollte, der musste enttäuscht werden. Denn über die schlappen 15 Minuten (echtem) Handballspiel lohnte es sich wirklich nicht ausführlicher zu schreiben. Der Verfasser bittet um Verständnis und entschuldigt sich aufrichtig. Aber, es war halt in dieser Hinsicht nicht viel mehr geboten, an diesem, wieder einmal komischen Samstagnachmittag in Radersacker.

Es spielten für die TG Heidingsfeld II:
Janik Delp (TW: n. e.); Noah Schmucker (TW: 1. – 60. Min.); Pius Eisenmann; Alex Wagner (5/3); Benni Heuer (1); Rene Sampers (3); Cedric Steinmetz (15/3); Kolle Singer (3); Dominic Albers (n. e.); Max Gold (1); Ivo Groksch (2); Flo Nöth; Schnixxe Schneider (2); Janik Nass (2);

Nächstes Spiel:
Samstag, 08.02.2020 um 15.15 Uhr            TG Heidingsfeld II      –     TG Würzburg
TGH-Ballsporthalle

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